Westrichbahn - Teil 1
Die historische Bahnstrecke Türkismühle – Kusel, auch Westrichbahn genannt, führte vom Bahnhof Türkismühle über Freisen und Schwarzerden bis nach Kusel. Mit dieser Verbindung erfolgte der Lückenschluss zwischen den beiden sich jeweils anschließenden Strecken Türkismühle nach Hermeskeil/Trier bzw. Türkismühle - Kusel nach Landstuhl/Kaiserslautern. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bereits die Vorstellung, eine durchgehenden Verbindung von der Mosel über die Hunsrückhöhen und dem Nahetal zur Pfalz zu verwirklichen, was mit dem Bau der Westrichbahn realisiert wurde. Die in baulicher Hinsicht sehr aufwendig gestaltete Strecke wurde im Zeitraum von 1934 bis 1936 eröffnet. Der Bau begann am 3. Dezember 1932 in Nohfelden. Knapp zwei Jahre später konnte bereits das erste 5,6 km lange Teilstück Türkismühle - Wolfersweiler und schrittweise weitere Abschnitte freigegeben werden. Insgesamt benötigten die Erbauer der Bahn fast vier Jahre für 32,7 km Gesamtstrecke, was den gegebenen topografischen Verhältnissen geschuldet war. Am 16. November 1936 war es dann soweit, die Strecke wurde freigegeben und es verkehrten drei Sonderzüge. Im ersten fuhren Schüler, im zweiten die Arbeiter, die am Bahnbau mitgewirkt hatten, und der dritte war mit Bürgern besetzt, die für die Strecke Land abtreten mussten. In jeder Richtung verkehrten täglich sechs Personenzüge. Außerdem fuhr ein Zugpaar zwischen Türkismühle und Schwarzerden. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Bahnstrecke lag bei 40 km/h. Die Fahrt von Türkismühle nach Kusel dauerte rund 75 Minuten. Zwischen den Orten Schwarzerden und Freisen, die in der Luftlinie lediglich drei Kilometer voneinander entfernt sind, musste die Strecke einen größeren Höhenunterschied überwinden, was eine künstliche Verlängerung der Streckenlänge zur Folge hatte. Daher waren die Züge auf diesem Streckenabschnitt rund 20 Minuten unterwegs. Es wird berichtet, dass es sogar Reisende gab, die im Bahnhof Oberkirchen Nord zusteigen wollten, ihren Zug verpassten und ihn dann an der Station Füsselberg einholten.


